Der Amerikaner an sich…

Das ist mein Wochenendvehikel. Ein schreckliches häufchen Blech. Untenrum eher träge, oben raus lustlos bis angestrengt. Aber es fährt. Wenn man es denn dann mal hat. Bis mein überaus netter Fahrer und meine, eher passive, Wenigkeit den Autovermieter gefunden hatten, ist schon ein wenig Zeit vergangen. Und das nur weil auf meiner Reservierung das Wörtchen „Inglewood“ nicht stand. So sind wir am Vermieter vorbei, locker 10 Blocks zuweit gefahren. Aber letztendlich haben wir doch zusammengefunden. Auch wenn ich kurz gezögert hatte, weil dieser wirklich schicke Mustang doch sehr verführerisch aussah. Doch ich blieb standhaft. War eh nur nen V6. Bei zweien mehr, wärs kritisch geworden. Hatte ich schon erwähnt das ich dieses dumpfe V8 blubbern mag?

On the Road.
Der Amerikaner mags gemütlich wie mir scheint. Auch wenn der ADAC sagt:“ Das fahren in großen Städten stellt hingegen Nerven, Geduld und Fahkünste stärker auf die Probe.“, so muss ich sagen, wer in FFM oder Berlin einigermaßen klar kommt, der schafft das in LA auch. Alles doch sehr entspannt. Zudem ist die Orientierung wirklich sehr einfach. Alle größeren Stadtteile sind rechtzeitig und gut ausgeschildert. Selbst wenn man nicht mehr so richtig weiter weis, fährt man einfach weiter bis man wieder ne Straße kennt. So konnte ich ohne Gewissensbisse die Navi-Uschi ignorieren und meinen weg fahren, der zudem auch noch schöner war.

Dann gings erstmal nach Santa Monica. War noch nicht mal weit weg und ich konnte meine ersten Meilen gleich auf dem Pacific Coast Highway sammeln. Parken am Strand ist überall möglich, für 5-7$. Danach gings über den Sunset Blvd, Beverly Hills (Ja, da wo die ganzen Mega-Villen stehen) und Hollywood Blvd zurück. Wirklich schöne Strecke.

Exkurs: Der Amerikaner an sich…
Hie und da schleicht sich schon manchmal das Gefühl ein, dass hier deutlich mehr Kaputte rumlaufen. Gleich am ersten Tag z.B. fuhr ein wohl Obdachloser mit seinem Rollstuhl mitten auf der Kreuzung rum. Da auch Tristan etwas sparsam guckte, dachte ich mir weiter nix dabei. Aber desto länger man hier rumläuft, desto öfter sieht man solche Typen. Da sind wirklich ein paar krasse Gestalten dabei.
Dann kennen die hier keine Türen, die zu beiden Seiten aufgehen. Hier gehen alle Türen nach außen auf. Dafür haben sie aber keinen Anschlag. Man kann immer durch den Türschlitz gucken. Rundrum. Gut das die hier keinen Winter haben.
Und nuscheln tun sie. Lustig ist, wenn man in nem Taco-Laden ist, wird man erstmal auf Spanisch vollgelabert, wenn man aufs englische nicht gleich reagiert. Ich muss beim ersten mal schon ziemlich blöde geguckt haben.
Sehr angenehm ist es, dass man (wahrscheinlich sogar blind) einfach über die Straße latschen kann. Ist zwar verboten, aber trotzdem bleiben alle ganz ruhig und warten bis man mal fertig ist. Mag wohl auch daran liegen, dass hier niemand versichert ist…
Eins noch zum Auto fahren. Fahren ist super. Parken ein Horror. Eigentlich haben die genug Platz hier. Doch ist überall Parken verboten.
Exkurs Ende

Nachdem wir kurz in nem echt abgefahrenen Laden gewesen sind (Link folgt) ging es über den Mulholland Drive zu nem wunderschönen Aussichtspunkt. Da sieht man mal was das für gigantische Ausmaße hat, dieses Los Angeles. Soweit man gucken kann Häuser. Gut, es war jetzt nicht das allerbeste Wetter (für T-Shirt und Shorts reichts allemal), aber man konnte trotzdem recht weit gucken. Danach flugs wieder heimgefahren und das Auto in nem Parkhaus verstaut. Gleich werd ich noch mal über den Hollywood Blvd laufen. Tristan meint, Freitag abends muss man das mal gemacht haben. Ich bin gespannt…

Ein Gedanke zu „Der Amerikaner an sich…

  1. Toll, das ist endlich mal ein gut geschriebener Beitrag, besten Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich diesen Blog gut zu lesen und leicht zu verstehen.

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