Kindle Touch

Eins vorweg – ich war lange Zeit gegen eBooks. Ich mag die Haptik, die Bücher mitbringen. Außerdem siehts toll an der Wand aus. Man stelle sich die Bibliothek von Oxford ohne Bücher vor. Das sähe schon irgendwie ein wenig behämmert aus, wenn da nur nen paar eBook-Reader rumliegen würden.

Aber – da es hier ja ums Reisen geht, kann man auf vieles was Bücher noch so an Eigenschaften haben verzichten:

  1. Gewicht
  2. mehr Gewicht bei mehr Büchern
  3. Format
  4. was machen wenn fertig gelesen (mir fällt nichts außer verschenken ein)

Leider erkauft man sich das mit ein paar Nachteilen, denn ein Buch braucht kein Strom, braucht kein Ladekabel und geht nicht kaputt wenn es hinfällt.

Aber fangen wir vorne an. Da ich gerne und viel lese – am liebsten die ganz dicken Wälzer – habe Ich mir probeweise den Amazon Kindle bestellt. Den Weltbild-Reader und den OYO von Thalia konnte ich schon mal im Laden probieren, begeistern konnten die mich aber nicht. Dementsprechend wenig Hoffnung brachte ich dem Kindle entgegen.

 

Zunächst war ich positiv überrascht, als er knapp ne Woche vor dem eigentlichen Lieftertermin kam. Zunächst mal der Optik- und Haptikcheck. Ich muss sagen, schick ist er ja schon. Die Rückseite fühlt sich leicht wie gummiert an und liegt angenehm in der Hand. Das Format, etwas größer als ein Taschenbuch, ist auch ok.

 

 

 

 

Alles klar, also anschalten und gucken wie es funktioniert. Das Display sieht ein bischen aus wie Recyclingpapier, was ich mittlerweile als sehr angenehm empfinde. Die Bedienung ist einfach und intuitiv zu bedienen. Die Reaktionszeiten sind allerdings noch verbesserungswürdig. Nicht wirklich schlimm, aber eben so dass es hier und da auffällt. Von der Lesbarkeit muss sich das E-Ink Display nicht hinter einem Buch verstecken. Das Schriftbild ist selbst auf der kleinsten Schriftgröße noch einwandfrei. Auch die Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung ist super. Desto heller es ist, desto besser kann man lesen. Allerdings hat man bei Dunkelheit das gleiche Problem wie mit einem normal Buch – man sieht nix.
Richtig klasse ist das eingebaute Wörterbuch. Wenn man ein Begriff nicht kennt, einfach markieren und schwupps wird es erklärt. Sehr angenehm ist auch, dass man Schriftart und -größe wählen kann. Für mich eher egal, aber grade für ältere Menschen ist das echt Klasse.
Dann hab ich gleich mal die Akkulaufzeit getestet. Nachdem das aufladen flott geht, dauert das entladen ewig. Ich habe alle vier Eragon Bände gelesen, jedes davon weit über 1000 Seiten, und erst kurz danach war er platt. Lässt man ihn einfach nur liegen und macht nix hält der Akku laut Amazon 3 Monate – und das glaube ich gern.

Das – für mich – Argument No.1 ist das Gewicht. 220g + 40g Schutzhülle sind schon echt gut im Vergleich zu einem Buch – und es passen locker 2500+ Bücher drauf. Natürlich  braucht man die nicht unbedingt, aber allein bei zwei Büchern mittleren Kalibers steht man schon deutlich besser da. Dann sind eBooks zum einen günstiger (wenigstens 1€ gegenüber der Printversion) und zum anderen durch die WLAN Funktion innerhalb von wenigen Sekunden verfügbar (WLAN Verbindung vorrausgesetzt).

Was mich nervt ist der Micro-USB Anschluss und der On/Off/Standby Knopf. Wenn ich wetten sollte, ist das der Kandidat, der als erstes die Biege macht. Das hätte man edler lösen können. Beim Home-Button gings ja auch. Die Anschlussgeschichte ist eher mein Problem, es ist das einzige Gerät, dass ich besitze, mit einem solchen Anschluss – alle anderen kommen mit Mini-USB aus.

Im täglichen Gebrauch gefällt der Kindle mir mittlerweile sogar besser als Bücher. Denn ich muss keine linken Seiten mehr lesen (finde ich immer ätzend :-)) und mit der Hülle kann man sogar im Bett lesen ohne den Reader festhalten zu müssen. Auch kann es nicht mehr zuklappen, so dass man die Seite nicht mehr findet. Selbst an die Menschen, die Ihre Bücher vollmalen und mit Eselsohren dekorieren wurde gedacht. Es gibt eine Markier- und eine Lesezeichenfunktion.

Fazit:
Besser als Erwartet, schlägt er sich. Für unterwegs einfach Klasse. Für Zuhause auch. Wenn jetzt noch jemand hinten ein paar Solarzellen dranbaut, ist auch das Stromproblem gelöst. Aber ich denke mal, dass es auch auch in Australien Steckdosen geben wird…

btw: Heute sinds nur noch 99 Tage 🙂

2 Gedanken zu „Kindle Touch

  1. …Bücher nach dem fertiglesen „verschenken“…?!
    Du krankes Schwein! Meine Star Wars-Bücher werden noch meine KindesKinder lesen!

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