Are you on fucking speed

Soderle. Ich hab mein erstes Geld verdient. War ein Velo 79 – einzige Frage war: „Have u done that bevore?“.
Hat ein wenig gedauert, bis ich im Business war, aber Ente gut, alles gut. Die Begleitumstände waren gut zu mir; die platzeigene Packerin ist ein Drache, der nicht gern vom Kuchen abgibt. Aber dies Wochenende war Sie nicht da, und der Weg war frei. Nach ein bissl Promotion von Chris, einem lokalen Springer, dem ich bei seinem verzweifelten Versuch sein Schirm umzuhängen half, hatte ich dann auch zu tun. Nicht viel, aber immerhin knapp 300$ verdient. Was für effektiv vielleicht drei Stunden Arbeit echt ok ist. Das Preisgefüge ist auch etwas anders. Normaler Packjob 8$. Nen neuer Schirm wird auf Verhandlungsbasis gepackt, irgendwo zwischen 10$ und 15$. Letzteres wolle ein Springer unbedingt zahlen, weil der Schirm erst 3 oder 4 Sprünge hatte. Ich hatte ganz kurz ein schlechtes Gewissen, weil ich trotzdem nicht länger als für die anderen gebraucht habe. Aber wirklich nur ganz kurz. Sein Kollege wollte nicht packen lassen, aber er meinte nur: „Are you on fucking speed? I haven´t finished wrapping my tail, and you fucking bastard are already done?“ Worauf ich ein kurzes: “German style…” zum Besten gab. Und kaum kniet man im Nylon, wird man auch gefragt, ob man eine oder zwei Schichten beim Tandem- und Staffpacken übernehmen könne. Was für ne Frage. Samstag hat der Packer da 70+ Tandems geschrubbt. Das ist ne Menge Holz. Sozusagen ist der Fuß nun in der Tür.

Auch sonst ist es recht lustig hier. Die Landerichtung wird vorm einsteigen abgesprochen, um 15 Minuten später ignoriert zu werden. Selbstverständlich von jedem auf seine ganz eigene Art und Weise. Dazu kommt noch, dass die Wiese locker Höhenunterschiede von mehr als 2 Meter hat. Somit ist immer für Action gesorgt.

Dann der Gute mit seinem 119er Crossi, über den alle feixen, weil er immer, wirklich immer, ca 3m zu hoch flared. Was immer, ausnahmslos immer, eine echt sportliche Landung zur Folge hat. Ich nehm das mal auf wenn er wieder mal einschlägt.

Dann war da noch der Schüler, der recht mittig den Pond getroffen hat (30x120m). Stolz wie Oskar, sagt er als er patschnass ankam, dass es volle Absicht war. Er wollte mal wissen wie das ist. Phil, der Chef, sagte darauf, dass er jetzt den Filterwechsel vom Cypres bezahlen muss. Darauf der Schüler: „Ouh.“ Darauf sagt der Chef, dass er somit auch den Reserverepack zahlen muss. Darauf der Schüler: „Ouh!“

Gut eingelebt hab ich mich mittlerweile auch. Ich komme mit ca 80-100$ die Woche gut hin. Nicht wie in Sydney, wo der Tag nicht unter 60$ zu haben ist. Die Leute sind cool, teilweise recht schmerzfrei, der Humor derb. Kurz – ich fühl mich wohl. Nicht zuletzt, weil ich immer mehr von dem Aussi-Genuschel verstehe.

Auch die Flora und Fauna ist ein wenig anders hier. Abends kommen die Mozzies (Mücken) und die Häschen. Erstere sind ein ganz anderes Kaliber, als die mir bekannten europäischen Genossen. Die scheinen aus purem Gift zu bestehen. Dann die Häschen. Die sind niedlich. Und es gibt viele davon. Sie hoppeln, sowie kaum noch wer da ist, über die Wiesen. Der Australier hasst sie. Denn außer dem Dingo, den der Australier auch nicht so richtig mag, keine Feinde. Sie haben mal versucht, die Kaninchen auszurotten, indem sie die possierlichen Tierchen mit einem Virus infizierten, der 99,98% der Viecher tötet. Soweit so gut – jedoch wer rechnen kann, der merkt schnell, dass da eben 0,02% fehlen. Bei 100 Tierchen wäre der Plan wohl aufgegangen. Nur sind hier eben ein paar tausen Viecher übrig geblieben. Und die sind jetzt eben auch noch gegen das Virus immun. Ehrenwerter Versuch, aber leider gescheitert…
Spinnen gibts auch. Aber es sind nur viele, keine großen 🙂

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