dies und das … und jenes

Der Aussi-way-of-life ist schon ein lustiger. Da hat ein Mädel hier den ersten Arbeitstag im Outdoorklamotten Laden und wird natürlich gleich zu Weihnachtsfeier eingeladen, die am selben Abend stattfindet. Und wie es sich gehört wird gefeiert bis Oberkante Unterlippe. Am zweiten Arbeitstag, ruft man dann den Chef an und sagt, „Sorry, mir ist schlecht. Ich bleib daheim.“ Und niemanden stört das. Großartig.

Da ja bald Weihnachten ist, war ich am Mittwoch auf meiner ersten Aussi-Christmas-Party. Und das ist auch spaßig. Es war ein lockeres Treffen bei John im Garten bei 28 Grad. John ist Pilot, AFF-Lehrer und Tandemmaster (und noch ne Menge mehr). Es wurde viel geredet und gelacht und – natürlich – viel getrunken. Garniert mit Crackern, ein paar Dips und Käse. Zum Nachtisch gabs einen riesigen Eimer Scampi. Und später nochmal mehr Bier und ein paar Pizzen.
Ach ja, ich bin Weihnachten nicht alleine und verloren! Ich bin zu ner Rooftop-Christmas-Party in Sydney eingeladen. Ein Schweizer läd alle Heimat- und Familienlosen zu sich ein. Dort gibt´s dann BBQ und Bier. Und es wird wohl noch heißer als bei der letzten Party…

Dann hatte ich über die letzten Wochen täglich nen Anruf mit unterdrückter Nummer. Und immer zu unchristlichen Zeiten, so dass ich immer in der Luft oder sonstwo war, wenn es klingelte. Dass das was richtig wichtiges sein muss, war klar. So viele Leute hier haben ja meine Nummer nicht. Und bei der Ausdauer die an den Tag gelegt wurde, wurde ich immer unruhiger. Eines windigen Nachmittags haben sie mich dann erreicht. Es war ein Callcenter von meiner Bank. Nachdem er gut dreieinhalb inuten geredet hat, und mir irgendwas über Zinsen, günstige Konditionen und so weiter erzählt hat, fragt er, ob ich denn öfter in Übersee bin. Was ich ihm gerne bestätige, mit dem Zusatz, dass ich ja aus Deutschland komme.
Plötzlich Stille.
„Sie sind kein Australischer Bürger?“
„Nein.“
„Thank you, have a good day.“ Klick. Tut tut tut.
Manche Dinge sind eben wie in Zuhause….

Der Job hier gefällt mir täglich besser, 135 Sprünge seit 20.10., davon 125 Tandems. Meinen ersten Verweigerer hatte ich jetzt auch, was mir zwei Tage lang Spott einbrachte. Bisher hab ich drei Deutsche gestürzt und einen Schweitzer. Hier und da bin ich etwas tollpatschig und stoße mir die Musikantenknochen (dreimal Hacke, einmal Arsch, einmal Daumen). So langsam lande ich auch immer in der guten Landearea, wo keine Disteln sind und der Rasen grün und saftig ist. Dort wo der Rasen nicht grün ist, staubts gewaltig beim landen. Die gute Landefläche ist ungefähr so groß wie die hintere Halle in Calden. Der Staff ist cool und multikulti. Über jeden wird hergezogen. Wenn ich mit meinem Pax irgendwo stehe kommt immer: „Erwähne nicht den Krieg. Er ist Deutscher. Dann wird er wütend. Und das ist nicht gut!“ Der Italiener wird auf seine geringe Körpergröße hingewiesen. Stündlich. Dem Israeli wird hinterhergerufen, wenn er zum Scheißhaus rennt: „Ey, hier gibts keine Palästinenser, mach langsam!“ Der (Süd)Koreaner wird ständig gefragt, wie er aus Nordkorea herausgekommen ist. Und so weiter… Sehr spaßig.

2 Gedanken zu „dies und das … und jenes

  1. Arndt, könntest dich nicht täglich berichten, damit ich beim morgendlichen wach werden was zu lesen habe. Vorweihnachtliche Grüße FW.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*