Wasser! Berge! Zeit!

Wer mich kennt, der weis, dass ich ein Warmduscher aus Überzeugung bin. Ich hasse kalt duschen wie die Pest und meide es wie der Teufel das Weihwasser. Aber hier in Australien lernt man auch hier noch was dazu. Es gibt da noch zwei Steigerungen. Die eine ist ein Stromausfall während man sich die Haare wäscht. Dann steht man echt doof da. Und man ist relativ schnell genervt, weil man da nichts gegen machen kann. Man muss warten bis jemand den Generator neu startet.
Mit kaltem Wasser wird man wenigstens sauber, aber ganz ohne ist blöd. Nach 8 bis 10 Minuten ging’s dann aber auch schon weiter. No Worries, wie der Australier zu sagen pflegt.
Die zweite Steigerung ist, wenn man kein kaltes Wasser hat und nur „warmes“ kommt. Die Brühe ist kochend heiß. Das ist noch bescheuerter als kein Wasser zu haben, da man ja Wasser hat, aber es nicht benutzen kann. Man fühlt sich wie der Hund am Schaufenster vom Metzger. Zum Glück kann man sich hier selbst helfen. Man muss nur um das Duschgebäude herumgehen und die Kaltwasser Pumpe neu starten. Irgendeine Windowssoftware wie es scheint…

 

Dienstag und Mittwoch hatten wir Zwangs-Day Off, aufgrund starken Windes. 30 bis 35 Knoten bei stahlblauem Himmel.
Wir haben das Beste draus gemacht und sind klettern gefahren. Ausnahmsweise mal etwas, was nah ist (nur 25 min). Ein paar ausgesprochen schöne Routen haben die da in den Fels gelegt. Inclusive wahnsinns Aussicht. Selbst für mich sind die machbar. Also manche. Vielleicht nicht die beste Idee mit dem Gerümpel im Fuß, aber hey, besser als ständig nur unten rumzusitzen und zugucken. Und wenn man schon mal da ist, hab ich mich in 15m häuslich eingerichtet und für ein paar gute Fotos gesorgt. Und so nen Klettergurt wird echt unbequem nach ner Weile…

 

Zum Thema Zeit – irgendwie machen die hier was anders als wir. Der Tag scheint mehr als 24 Stunden zu haben. Man steht auf und die Sonne steht schon hoch am Himmel. Dann macht man fünf, sechs Sprünge. Dann ist es so 14:30 Uhr. Danach fährt man mal eben klettern (25 Minuten, einfacher Weg), natürlich nicht ohne vorher noch in der Frittenbude anzuhalten, um die Kauleiste zu beschäftigen (15 bis 20 Minuten). Zum Kletterspot läuft man natürlich auch noch mal vom Parkplatz auch noch mal 10-15 Minuten. Die Klettersession endet gegen 19:30 Uhr, weil um Acht der Weg zum Parkplatz geschlossen wird. Auf dem Rückweg hält man natürlich nochmal an der Frittenbude an um ne Pizza mitzunehmen. Und um 20:00 Uhr ist es dunkel. Das ganze wird immer wieder unterbrochen durch die „australischen-5-Minuten“. Wenn man fragt, wann es weiter oder los geht, bekommt man eben „5 Minutes“ gesagt. Als ordentlicher deutscher habe ich mich natürlich die ersten Male eben 5 Minuten später am Treffpunkt eingefunden. Mittlerweile lasse ich mir, wie alle anderen auch, 20-30 Minuten Zeit. Und ich hab keine Ahnung wie das alles in einen Tag passt.

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