Morgens halb zehn in Australien – wo ist mein Bier!

Arrrrrrr (wie ein Pirat – das „r“ schön rollen)

So ein Segeltrip auf den Whitsundays ist schon nen Leckerchen für die Augen. Und es lief von vornherein nicht schlecht. Das Boot, dass ich mir ausgeguckt hatte, wurde gecanelled weil nicht genug Leute drauf waren. Dafür wurde ich dann kostenlos auf ein richtig großes Segelschiff gesteckt, was normalerweise 150$ mehr kostet und etwas mehr Luxus bietet. Zum Beispiel durfen wir zwei Minuten pro Tag duschen anstatt einer, wie auf den anderen Booten und das Essen soll deutlich besser sein. Und es waren drei Tage und drei Nächte anstelle zwei Tage, zwei Nächte. Leider durfte man nicht seinen eigenen Alkohol mitbringen, was aber nicht so schlimm war. Die Bar samt Personal war echt gut. Und ich bin im Bar-Tab-Contest (Deckel) erster geworden, mit satten 120$. Nicht schlecht für zwei Abende trinken. Wobei Abende auch etwas übertrieben ist. Nachdem wir an Tag eins Tauchen und Schnorcheln waren, wollten sie uns morgens an Tag zwei schon wieder schnorcheln schicken. Da haben wir vier, zwei deutsche und zwei Ösis, entschieden, dass uns das eindeutig nicht in die Tagesplanung passt und haben angefangen zu trinken. Um halb zehn. Morgens. Also eins vorweg, das Schwanken des Boots verträgt sich nur mäßig mit (zu)viel Alkohol.

Am ersten Abend wurden eigentlich nur die Kojen bezogen und Abendbrot gegessen. Und eine sehr lustige Sicherheitseinweisung. Gute Mischung aus Sarkasmus und schwarzem Humor. Tag zwo – Frühstück 7:00 – 8:00 Uhr. Das ist früh. Und kein gescheiter Kaffee an Bord. Danach zum Tauchen auf ein anderes Boot. Apropos Tauchen. Beim Buchen der Tour wollte ich das schon vorher buchen, aber ich war beim Ausfüllen des Formulars zu ehrlich und hab bei „Rückenverletzung“ Ja angekreuzt. Das bedeutete, das ich ne Tauchuntersuchung brauche. Natürlich haben alle Ärzte keinen Termin frei. Mein Glück, das Veranstalter und Boot nicht kommunizieren. Auf dem Tauchboot hab ich dann nochmal ein Formular ausgefüllt. Diesmal „Richtig“! Der Tauchgang war cool, auch wenn die Sicht eher bescheiden war, die vielen Fischies haben das wieder wett gemacht. Erwähnenswert ist noch Horst. Horst ist ein ziemlich hässlicher Fisch, der bestimmt fünf Minuten immer im Uhrzeigersinn um meinen Kopf geschwommen ist. Sehr verstörend. Immer wenn er rechts ausm Bild war, kam er links wieder rein. Michael neben mir ist das nicht entgangen und hat sich vor lachen kaum halten können. Ich mag Horst nicht. Eindeutig zu aufdringlich.
Nach einem Ortswechsel waren wir dann Schnorcheln. Weniger Fische, buntere Korallen, kein Horst. Dann noch ein paar Ropeswings samt Backflips und ein paar netten Faceplants (Gesichtsbremse). Geankert wurde in einer hübschen Bucht mit gutem Abendessen und viel Bier.
Tag drei sind wir dann zum Whitehaven Beach. Besonderheit hier ist, dass der Strand aus 98,7% Quarz besteht, der superfein und verdammt weiß ist. Er ist so weiß, dass er sogar bei brütender Hitze angenehm kühl ist, da er die meiste Sonneneinstrahlung einfach reflektiert – in Verbindung mit dem für Strände üblichen Wasser ist das ein Top Sonnenbrandgenerator. Von überall kommt Sonne. Dieses kostenlose Angebot haben wir gerne und zahlreich angenommen. Wenn man dann auf dem Sand läuft fühlt er sich eher wie Mehl denn Sand an. Wenn der Sand nass ist fühlt sich’s wie Kartoffelbrei an. Und er kriecht überall hin, der scheiß Sand. Trotzdem – es sieht absolut wunderschön aus. Zurück auf dem Schiff haben wir dann nochmal unsere Backflip-Skills verbessert. Bei ein paar gemütlichen Bieren und einem kurzen ortswechsel haben wir den Tag standesgemäß ausklingen lassen.

Tag vier. Letzter Ausflug auf Whitehaven Peak. Ein vierhundertwasweisich Meter hoher Hügel, den wir dann raufmarschiert sind. Und in subtropischen Gefilden ist das ganz schön anstrengend. Ich hab geschwitzt wie ein Stier. Als ich dran gedacht habe, das T-Shirt auszuziehen, war es schon nass. Also nicht feucht, nass wie mit geduscht. Aber der Ausblick hat sich definitiv gelohnt. Blauer Himmel und ein paar Wölkchen. Aber schaut die Bilder selber an. Auf dem Weg zum Hafen wurde dann noch mal Sonne getankt. Und zurück im Hostel hab ich dann zuallerallererst ausgiebig geduscht.

Lang ists geworden und ein neuer Eintrag kommt in kürze.

2 Gedanken zu „Morgens halb zehn in Australien – wo ist mein Bier!

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