Kurzentschlossener Schmerz

Dienstag abends, Paddy fragt: „Calypso?“ Kurzer check, ja, es ist mein Freitag, gute Idee. Wir haben eh nix vor Tags drauf, ein paar Bierchen koennen nicht schaden, zumal ich bestimmt 2 Wochen nicht aus war. Jamie und Mikey sind auch da. Wir quatschen etwas Dummfug und geniessen den Regen bei angehmen 28 Grad. Wie der Zufall es will, hat Mikey Mittwoch frei und wir beschliessen Tags drauf zum Lake Tinaroo zu fahren um dem Jetski etwas die Sporen zu geben. Und schon hat man was vor…

Mittwoch morgens geht es uns eher durchschnittlich, was man dem Kater anrechnen koennte, aber wir schaffen es tatsaechlich um 10:30 Uhr die Stadt zu verlassen. Gut, dass ich die Fenster ausgebaut habe, auf dem Weg zum See schiffts naemlich. Und da muss ich jetzt mal die Amis loben. Solange man faehrt, wird man selbst ohne Fenster nicht nass. Auch wenn ich glaube, dass das eher Zufall ist und nicht von vornherein so geplant war. Den kompletten weg nach oben zum See wars grau und regnerisch – doch als wir endlich am Ziel sind … tadaa … Sonnenschein und blauer Himmel. Also schnell alles abgeladen, Tube aufgepumpt und los geht’s. Das Wasser ist mit 27 Grad deutlich angenehmer als der Ozean mit 31 Grad.

Was dann kam, war typisch und kam einer vorhersehbaren Selbstzerstoerung schon recht nah. Jeder ist mal auf eigene Faust los, um sich an das Geraet zu gewoehnen. Ich sag zu Mikey, dass er es langsam angehen soll und erstmal ein paar Achten fahren soll. Das macht er tatsaechlich auch. Aber keine 30 Sekunden spaeter ist er nur noch ein kleiner weisser Punkt und ein Geraeusch. Als er wieder kommt, grinst er und sagt: „108!“. Das kann ich natuerlich nicht auf mir sitzen lassen und fuenf Minuten spaeter bin ich wieder da … „109!“.
Wir beschliessen die Tube ins Wasser zu lassen und auf Jungfernfahrt zu schicken. Zuerst alleine, dann zu zweit (was deutlich besser ist). Erst langsam, dann schneller. Wir haben recht fix raus, was man tun muss, damit die hinten drauf abfliegen – was langsam ganz ok ist. Schneller ist schon nur noch ‚ok‘. Langsam bedeutet 35-40 km/h. Schnell 50-60 km/h. Wobei man durch das Seil und die damit verbundenen Fliehkraefte etwas schneller ist, hinten auf der Tube. Das Warning-Label sagt uebrigens, dass man 24 km/h nicht ueberschreiten soll. Dann war es Zeit fuer einen High Speed run um zu gucken ob das Teil auch da funktioniert. Bei 92 km/h macht der Jetski den Arsch zu und die Tube macht das locker mit – das Wasser, was 10 cm neben einem vorbei rauscht, ist schon beeindruckend schnell und hart wenn man es anfasst. Damit haben wir dann die zulaessige Hoechstgeschwindigkeit um 383% ueberschritten. Wir haben danach einstimmig beschlossen, dass wir bei dem Speed keine  Faxen machen wollen und haben uns dann auf 50 km/h als gutes Tempo geeinigt. Wir haben reihum gewechselt, immer wenn jemand nicht mehr konnte. Wir hatten einige spektakulaere Crashs inklusive gestreckter Saltos. Mikey und ich haben uns unsere Eier boes angehauen, als die Tube ueber die Wellen gehopst ist und wir etwas unmotiviert im falschen Rhytmus das selbe gemacht haben.
In den Pausen, wo wir uns erholt haben gab es noch ein paar High Speed runs, da das Wasser immer glatter wurde. Mikey holte 111 km/h raus, was ich nicht ueberbieten konnte – nur gleich ziehen. Und scheiss die Wand an, das fuehlt sich soooo viel schneller aufm Wasser an, als an Land.


Nach gut viereinhalb Stunden und 70 Litern feinstem Super Plus spaeter sind wir alle ziemliche Wracks und beschliessen den Heimweg anzutreten. Auf halber Strecke haben wir an nem Pub zur Nahrungsaufnahme angehalten. Ein kleines Juwel, an dem wir locker schon 50x dran vorbei gefahren sind.

IMG-20150218-WA0024Nach dem sehr guten Essen, wollten wir gar nicht mehr aufstehen…

Heute ist Donnerstag und mir tut echt alles weh. Was fuer ein Tag – und es hat jeden nur 30$ gekostet…

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